Letzten Sommer begann ich mit einer Freundin zu joggen. Die ersten Male 500m, dann sogar 1000m. Ein paar Monate später nahmen wir stolz an einem 5km Lauf teil.
Obwohl ich bisher eine enorme Abneigung gegen das Laufen pflegte und nie im entferntesten angenommen hatte, dass ich das schaffe.
5km, perfekt. Mehr wollte ich gar nicht erreichen.
Du schaffst das locker! Aber… will ich das auch?
Doch… dann meldete mich ein laufbegeisterter Freund zu einem 10km-Lauf an. („Das schaffst du locker. Das wird toll! Du bist jetzt Teil der Laufgemeinde…!“)
Es waren zwar noch 4 Monate Zeit, doch ich wollte einfach nicht. Und so ging es mir auch während des Trainings. Körperlich fiel es mir nicht besonders schwer, die große Herausforderung war die Stimme in meinem Kopf, die permanent meckerte: Keine Lust! Hör einfach auf! Wie doof ist das denn?!
Und dann hatte ich ein einschneidendes Erlebnis.
Neben dem Unmut zu Joggen hatte ich zu der Zeit nämlich ein schlechtes Gewissen einer Freundin gegenüber. Täglich dachte ich daran, ich müsste sie mal besuchen oder mich zumindest bei ihr melden. Nicht weil ich es wollte sondern, weil ich mich verpflichtet fühlte. Wir treffen uns immer wieder zufällig auf der Straße und jedes Mal erinnerte sie mich in vorwurfsvollem Tonfall, ich solle doch mal vorbeikommen.
Doch plötzlich überkam mich die Erkenntnis: Ich muss das ja gar nicht.
Es war wie eine Erleuchtung. Auf einmal hatte ich eine völlig neue Perspektive auf die Situation.
Und plötzlich ging auch das Joggen viel leichter. Es fühlte sich an, als hätte ich in meinem Kopf ein paar Ketten gesprengt und mich befreit. Ich musste ja gar nicht laufen. Ich könnte es ja genauso gut sein lassen.
Ich muss das gar nicht?! – Wenn ein Glaubenssatz dich loslässt
Aber ich könnte es tun…
Auf den 10km-Lauf freute ich mich damit noch immer nicht und er weckte auch keinen großen Ehrgeiz in mir, aber er war schaffbar. Die innerliche Blockade, die ich bisher wahrgenommen hatte, war verschwunden.
Was an ihre Stelle gerückt war, war eine Möglichkeit.
„Ruhig im Kopf-Tipp:
Muss-turbationen transformieren
Wenn wir unsere inneren Sätze vom Müssen zur Möglichkeit umwandeln schränken sie uns viel weniger ein. Was ist es bei dir: Was musst du alles? Und wie sprichst du eigentlich mit dir?
Achte einmal darauf, was in deinem Kopf so herumspukt. Bei mir war es „Ich muss laufen“ oder „Ich sollte mich melden“.
Finde Alternativsätze, die die Situation verändern: „Ich könnte – wenn ich wollte“.
Allein dieser kleine Perspektivwechsel nimmt enormen Druck raus und gibt dir mentale Weite zurück.
Pflichtgefühl von echtem Wunsch trennen
Frag dich bei innerem Widerstand:
Will ich das gerade – oder fühle ich mich nur verpflichtet?
Diese Klarheit beruhigt den Kopf, weil du aufhörst, gegen dich selbst zu kämpfen. Du darfst Dinge loslassen, ohne sie rechtfertigen zu müssen.
Tatkräftig handeln-Tipp:
Entscheidungen als Optionen behandeln, nicht als Knebel-Verträge
Geh mit Vorhaben (wie dem 10-km-Lauf) so um:
„Ich probiere es – und darf jederzeit aussteigen.“
Paradoxerweise macht genau das handlungsfähig, weil du nicht mehr auf „Zwang“ reagierst.
Trotz fehlender Begeisterung einen nächsten kleinen Schritt gehen
Warte nicht darauf, dass irgendwann die Motivation auftaucht.
Frage dich stattdessen: „Was ist der nächste machbare Schritt, selbst ohne Lust?“
So wie beim Joggen: es ist schaffbar auch ohne Begeisterung. Manchmal kommt der Appetit schließlich erst beim Essen.
Der 10km-Lauf hat übrigens erstaunlicherweise sogar Spaß gemacht.
Persönliches Wachstum und Entwicklung im Coaching
Zusätzlich zu all den Erkenntnissen und Reflexionen, die du dir selbst ermöglichst, kannst du dich gerne auch unterstützen lassen. In einem Coaching oder einer psychotherapeutischen Sitzung kannst du dich noch auf einer anderen Ebene kennen lernen.
Melde dich gern…
… wenn du alleine nicht weiter kommst.
… wenn du dich blockiert oder gehemmt fühlst.
… wenn du etwas verändern möchtest oder eine Veränderung vor oder hinter dir hast.
… wenn du einfach mal mit einer außenstehenden Person sprechen möchtest.
Mit einem Coaching erlebst du neue Perspektiven, erkennst deine Handlungsmöglichkeiten und gehst deinen Weg gestärkt weiter.
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